Ich könnte mir keinen furchtbareren und zugleich interessanteren Ort vorstellen als Varanasi, eine der ältesten Städte Indiens und die heiligste Stadt des Hinduismus. Sie gilt als Shivas liebste Stadt, die er niemals verlässt.

Über Varanasi schwebt ein Schleier aus Rauch und Abgasen, sodass nachts keine Sterne zu sehen sind. Die engen Gassen sind übersät mit Müll und Fäkalien, durchstreift von Kühen, Schweinen, Hunden und Affen. Drogendealer und Zuhälter halten in der Nähe der Ghats, der Stufen, die zum Ganges führen, nach Touristen Ausschau.
Zahlreiche Gläubige kommen her zum Sterben, um anschließend am Ganges-Ufer verbrannt zu werden, ehe ihre Asche dem Fluss übergeben wird. So sei es möglich, aus dem Kreislauf der Wiedergeburten auszubrechen.Die Stadt ist voller kranker Menschen, die auf den Tod warten.

Als wir uns an einem Abend zu einer Puja, eine spezielle religiöse Zeremonie, am Ganges eingefunden hatten, explodierte inmitten der Zeremonie eine Bombe. Ein Kind starb, viele Menschen wurden verletzt. Laut Hindustan Times bekannte sich eine islamistische Terrorgruppe namens Indische Mudschaheddin via E-Mail zu dem Anschlag.