Normalerweise entstehen Probleme an Ländergrenzen durch korrupte Beamte, Visum Probleme oder unerwartete Schließungen…

Ich bin nicht sicher, was die Einheimischen dachten, als sie einen großen, haarige, weißen Mann barfuß vor der Grenze sahen. In der Morgensonne, ohne Gepäck, die Brusttasche fest umklammert, damit der Reisepass nicht herausfällt – Asylbewerber oder Drogenhändler womöglich?!

Die Wahrheit ist einfacher: Ich hatte es geschafft, meine Taxi, dass ich mit anderen Reisenden teilte, zu verlieren. Ich war auf dem Weg von Benin nach Togo. Da ich „Ausländer“ bin musste ich mein Reisepass beim ein- und ausreisen abgestempelt werden. Die Einheimischen müssen nur ihren Ausweis in Form von kleinen, einheimischen Münzen zeigen. Ich hatte mein Gepäck im Taxi gelassen, als ich in den Grenzposten von Benin ging. In der Zeit, in der mein Pass bearbeitet wurde, ich mein Visum bekam und die Grenze nach Togo überschritt, war mein Taxi verschwunden.

Ich war anfangs nicht allzu besorgt. Schließlich hatte ich ihn noch nicht bezahlt. Aber es bedeutete auch, dass ich nichts dabei hatte außer einem Hemd, Hose, meinem Pass und etwas Bargeld; selbst meine Sandalen waren in meinem Rucksack. Nach 15 langen Minuten, meinte der Grenzbeamte, dass mein Taxi vielleicht auf dem Parkplatz 200m weiter  warten könnten. Fehlanzeige…

Gedanken schossen mir durch den Kopf; Ich hatte so ziemlich alles verloren – Tablet, Telefon, Kleidung, Ladekabel, Kreditkarte. Und ich dachte, ich müsste in die Britische Botschaft nach Lomé um meinen Fall vorzutragen. Dann fiel mir ein: Dort gibt es überhaupt keine Britische Botschaft. Würde ich in einem Land feststecken, dass ich nur besuchte, weil es auf dem Weg lag?!

Glück gehabt! 15 Minuten später kam mein Taxi zurück. Er hatte auf mich gewartet, war dann gelangweilt und entschied sich, den anderen Passagier schon einmal abzusetzen. Die Krise war abgewunden und ich machte mich auf Richtung Lomé!