Gähnend stolperten wir aus dem Nachtzug in eine für uns noch unbekannte Stadt: Berlin. Es war nicht zu vermeiden, dass wir wie Real-Life Zombies die deutsche Hauptstadt betraten. Nachtzüge waren noch nie mein Ding! Wir kamen in unserer Jugendherberge in Berlin an (nicht das Wallyard Concept Hostel, das 5-Sterne-Hostel in Berlin, aber ein anderes). Leider war das Hostel noch gar nicht geöffnet, so dass wir uns kurzerhand in der wunderschönen Park gegenüber der Straße setzten.

Kurz nach 09.00 Uhr gingen wir zur Hostel Rezeption. Ein junger Mann arbeitet dort an seinem Computer. Wir nahmen an, dass es sowieso zu früh war um einzuchecken. Wir wollten nur unsere Taschen da lassen und uns irgendwo ein Cafe suchen. Allerdings begrüßte er uns sehr freundlich. Vielleicht hatte er Mitleid mit uns und unseren dicken, dunklen Augenringen, und half uns deshalb? Wie auch immer, er ging an seinen Computer, zauberte anscheinend etwas und schwupps konnten wir unseren Check-In für unser kleines Privatzimmer machen. Wir waren so dankbar! Wir warfen unsere Taschen in die Ecke, sprangen in unsere Betten und schliefen den halben Tag.

Als ich von meinem unglaublichen guten und langen Nachmittagsschlaf wieder aufwachte, bemerkte ich, dass mein wertvollster Besitz, meine DSLR-Kamera, fehlte. Verzweifelt suchte ich den ganzen Raum ab, die Schränke, unter dem Bett, im Bad, aber sie war nirgends zu finden. Den Tränen nahe, raste ich aus dem Hostel, in Richtung Park, in dem wir am Morgen saßen. Vielleicht hatte ich die Kamera da liegen lassen? Leider nein.

Ich ging zurück ins Hostel und als der Rezeptionist mich strahlend begrüßte, hätte ich ihm am liebsten ans Bein getreten! Der junge Mann bat mich allerdings mit den Worten „Du hast wohl etwas vergessen…“ in sein Büro. Er drehte sich um hielt meine Kamera in den Händen.Ich habe mir gedacht, die da brauchst du vielleicht!“ Er lächelte. Vor lauter Dankbarkeit war ich den Tränen nahe.

Ich bedankte mich immer wieder bei ihm für seine ganze Hilfe heute. Ich drückte meine Kamera ganz fest an mich! Ich war glücklicher als je zuvor, denn ich konnte weiter meine albernen Touristen Fotos von Berlin machen. Ich bin so dankbar für all die freundlichen und ehrlichen Menschen auf dieser Welt.